Die von Kalifornien vorgeschlagene Vermögenssteuer hat bei den reichsten Einwohnern des Staates eine Welle der Besorgnis ausgelöst, und einige Milliardäre haben bereits Schritte unternommen, um die Abgabe zu umgehen. Sollte die Initiative im November verabschiedet werden, würde eine einmalige Steuer von 5 % auf Nettovermögen von mehr als 1 Milliarde US-Dollar erhoben, was möglicherweise zu einer Abwanderung vermögender Privatpersonen führen würde.
Milliardäre auf der Flucht?
Google-Mitbegründer Larry Page hat kürzlich über 170 Millionen US-Dollar für Häuser in Miami ausgegeben, was Spekulationen aufkommen lässt, dass er zu denjenigen gehört, die vor Inkrafttreten der Steuer umziehen wollen. Sein Mitbegründer Sergey Brin könnte diesem Beispiel folgen. Während die genaue Zahl der Überläufer weiterhin ungewiss ist, könnten etwa 250 Milliardäre betroffen sein. Kritiker wie Elon Musk und Bill Ackman haben den Vorschlag als „katastrophal“ verurteilt, während Befürworter argumentieren, es sei ein notwendiger Schritt, um die extreme Vermögensungleichheit anzugehen.
Eine Steuer auf Selbstbeteiligung?
Die vorgeschlagene Steuer würde Milliardären immer noch enorme Vermögen bescheren – selbst Musk, der 716 Milliarden US-Dollar wert ist, würde nach einer Abgabe von 5 % 680 Milliarden US-Dollar behalten. Allerdings hat die bloße Androhung einer solchen Steuer Empörung unter den Superreichen ausgelöst, die oft einen geringeren Prozentsatz ihres Einkommens an Steuern zahlen als viele Menschen aus der Arbeiterklasse.
Politische Spaltung
Die kalifornischen Politiker sind in dieser Frage geteilter Meinung. Gouverneur Gavin Newsom ist im Allgemeinen gegen die Initiative, aber der Abgeordnete Ro Khanna unterstützt sie und argumentiert, sie sei von entscheidender Bedeutung, um das Gesundheitswesen zu finanzieren und Ungleichheit zu verringern. Der Bürgermeister von San Jose, Matt Mahan, warnt davor, dass die Steuer der kalifornischen Innovationswirtschaft schaden könnte, indem sie Wohlstand und Investitionen vernichtet.
Warum das wichtig ist
Die Debatte über die kalifornische Vermögenssteuer macht ein breiteres Spannungsfeld deutlich: Wie lässt sich Wirtschaftswachstum mit sozialer Gerechtigkeit in Einklang bringen? Die Mobilität des Kapitals bedeutet, dass Staaten Gefahr laufen, vermögende Einwohner zu verlieren, wenn sie zu aggressiv Steuern erheben. Befürworter argumentieren jedoch, dass eine Vermögenssteuer eine faire Möglichkeit sei, öffentliche Dienstleistungen zu finanzieren und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zu schließen.
Das größere Bild
Kaliforniens Vorschlag ist nicht einzigartig. Senatorin Elizabeth Warren und andere Gesetzgeber haben auf eine nationale Vermögenssteuer gedrängt, doch solche Bemühungen stehen vor erheblichen politischen Hürden. Die Wohlhabenden nutzen häufig Schlupflöcher aus, um Steuern zu vermeiden, und Lobbyarbeit sorgt dafür, dass solche Schlupflöcher intakt bleiben.
Die Illusion der Wahl?
Einige Milliardäre argumentieren, dass der Austritt aus dem Staat eine rationale Reaktion auf eine unfaire Steuer sei. Andere, wie Nvidia-Mitbegründer Jensen Huang, lehnen das Problem völlig ab und geben der Konzentration von Talenten im Silicon Valley Vorrang vor möglichen Steuerverbindlichkeiten. Huangs Haltung unterstreicht die Realität, dass Steuern für viele Ultrareiche im Vergleich zu den Möglichkeiten, die Kalifornien bietet, lediglich eine Geschwindigkeitsbremse darstellen.
Die vorgeschlagene Vermögenssteuer könnte aufgrund der Frustration der Wähler verabschiedet werden, was sie zur einzigen Möglichkeit macht, den Superreichen das Geld abzujagen. Die Debatte entlarvt die Heuchelei von Milliardären, die von öffentlichen Investitionen profitieren, sich aber weigern, ihren gerechten Anteil beizutragen. Letztendlich könnte das Ergebnis darüber entscheiden, ob Kalifornien ein Zufluchtsort für Wohlstand bleibt oder führend in der Vermögensumverteilung bleibt.
