Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitag die meisten Zölle des ehemaligen Präsidenten Donald Trump aufgehoben, was möglicherweise zu Rückerstattungen von über 175 Milliarden US-Dollar an amerikanische Unternehmen führen könnte. Die 6:3-Entscheidung beruhte auf einem zentralen Rechtsgrundsatz: Zölle funktionieren wie Steuern, und dem Präsidenten fehlt die verfassungsmäßige Befugnis, sie ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses zu erheben. Trump hatte sich auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) gestützt, um weitreichende Zölle für fast alle Länder einzuführen, einschließlich einer umstrittenen Politik, die sogar abgelegene Inseln besteuerte.
Dieses Urteil stellt eine seltene Zurechtweisung der Übergriffe des Präsidenten durch das Gericht dar. Oberster Richter John Roberts betonte, dass sich in der 50-jährigen Geschichte der IEEPA noch kein Präsident darauf berufen habe, derart umfangreiche Zölle zu erheben, was die beispiellose Natur von Trumps Vorgehen unterstreicht. Während einige Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer aufgrund gesonderter rechtlicher Begründungen unberührt bleiben, macht die Entscheidung viele der aggressivsten Handelsmaßnahmen, die während seiner Amtszeit umgesetzt wurden, ungültig.
Die Auswirkungen sind erheblich. Große Unternehmen wie Costco, Prada, BYD und Goodyear haben bereits Klagen auf Rückerstattung eingereicht. Finanzunternehmen, darunter Cantor Fitzgerald, nutzten das erwartete Urteil aus, indem sie Kunden erlaubten, gegen die Rechtmäßigkeit der Zölle zu wetten.
Die Reaktion des Weißen Hauses war vorhersehbar trotzig. Laut CNN bezeichnete Trump die Entscheidung als „Schande“ und deutete alternative Maßnahmen an. Die Wiedereinführung derselben Zölle mit unterschiedlichen Mitteln wird jedoch schwierig sein und neue Verfahren und Handelsuntersuchungen erfordern. Auch die Rückerstattungen selbst können logistische Hürden darstellen, wie Trump selbst in einem Truth Social-Beitrag einräumte und den Prozess als „nahezu unmöglich“ bezeichnete.
Bei dem Urteil geht es nicht nur um Geld; es geht um Checks and Balances. Die Entscheidung des Gerichts bekräftigt die Gewaltenteilung und verhindert, dass künftige Präsidenten ohne Zustimmung des Kongresses einseitig Zölle erheben. Dies schafft einen entscheidenden Präzedenzfall für die Handelspolitik und stellt sicher, dass wirtschaftlicher Zwang weiterhin der demokratischen Kontrolle unterliegt.
Letztendlich wird dieses Urteil eine Neubewertung der US-Handelsstrategie erzwingen, und die Unternehmen bereiten sich auf einen Kampf vor, um zu viel gezahlte Zölle in Milliardenhöhe zurückzufordern. Das Ergebnis unterstreicht die anhaltende Macht der Gerichte, Maßnahmen der Exekutive einzuschränken, selbst in einer Zeit mutiger Präsidentschaftspolitik.















