Du denkst, du kennst Disney. Die Maus. Die Parks. Die Nostalgie.
Aber der Finanzmotor hinter dieser Marke basiert auf etwas anderem. Es basiert auf dem Kauf anderer Unternehmen.
Disney ist nicht nur ein Studio. Es ist eine Holdinggesellschaft für Kultur. Seit Walt und Roy Disney 1929 Walt Disney Productions gründeten, um ihr Zeichentrickstudio zu schützen, hat sich das Geschäftsmodell verändert. Es begann mit der Animation. Dann Dokumentarfilme. Dann Live-Action. Dann Parks. Jeder Schritt fügte eine neue Einnahmequelle hinzu. Aber das wahre Wachstum? Das ergab sich aus den Deals.
Warum Disney ABC, ESPN und Major Studios übernommen hat
Die 1990er Jahre waren der Wendepunkt. Unter Michael Eisner hörte Disney auf, nur Filme zu machen, und begann, die Vertriebskanäle zu kontrollieren.
1996 schloss Disney die Übernahme des Fernsehsenders ABC ab. Dabei ging es nicht nur um Fernsehsendungen. Es kam mit ESPN. Plötzlich besaß Disney die Sportübertragungen. Das ist ein riesiger, stabiler Cashflow. Damit war Disney seinerzeit der größte Medienkonzern der Welt.
Zuvor wurde die Produktion ausgeweitet. Touchstone Pictures und Miramax betreuten ein erwachsenes Publikum. Die kleine Meerjungfrau (1989) und Toy Story (1995) belebten die Animation wieder. Toy Story war ein Meilenstein. Erster computeranimierter Film in voller Länge. Es hat bewiesen, dass Technologie IP vorantreiben kann.
Sie stiegen sogar in Immobilien ein. 1994 eröffneten sie Celebration, eine geplante Gemeinde in Florida. Sie haben dazu beigetragen, den Times Square in NYC wiederzubeleben. Sie verwandelten „Der König der Löwen“ in ein Broadway-Musical. Die Strategie war klar: Maximieren Sie jeden Vermögenswert.
Welche Akquisitionen haben das Disney des 21. Jahrhunderts geprägt?
Die 2000er Jahre veränderten das Spiel erneut. Disney ist nicht nur gewachsen. Es hat die Konkurrenz gekauft.
Zuerst war Pixar. Dann Marvel Entertainment. Dann Lucasfilm. Dann 20th Century Fox.
Warum diese vier?
- Pixar: Gespeicherte Animationstechnik. Toy Story hat den Anfang gemacht, aber Pixar gehörte die Zukunft von CGI.
- Marvel: Eigene Superhelden. Das ist die größte IP-Maschine der Geschichte.
- Lucasfilm: Star Wars. Das Franchise, das nicht stirbt.
- 20th Century Fox: Bibliotheksinhalte. Filme, Fernsehsendungen, Rechte.
Das war kein Zufall. Es war eine Konsolidierung. Disney wollte die Charaktere besitzen, mit denen Kinder aufgewachsen sind. Und diejenigen, aus denen die Erwachsenen nicht herausgewachsen sind.
Wie Disney+ in die Streaming-Strategie passt
Streaming hat alles verändert. Wieder.
Disney trat mit Hulu bei. Dann startete Disney+.
Disney+ ist nicht nur eine Video-App. Es ist der Trichter für all diese Akquisitionen. Marvel-Shows sind dort live zu sehen. Dort sind Star-Wars-Serien live zu sehen. Dort leben Pixar-Filme. Die Fox-Bibliothek? Auch dort.
Die Parks bringen immer noch Bargeld ein. Die Kinostarts sind immer noch groß. Aber die wiederkehrenden Einnahmen? Das ist das Ziel. Abonnements sind vorhersehbar. Abendkasse ist es nicht.
Disneys Niedergang nach Walts Tod im Jahr 1966 lehrte sie eine Lektion. Sie brauchen ein neues Management. Neue Vision. Neue Vermögenswerte.
Die Frage ist nicht, ob Disney weiterhin kaufen wird. Es ist das, was noch zu kaufen ist.














