Der Verbraucherpreisindex (CPI) ist die Standardmessgröße zur Ermittlung der Kosten für die Aufrechterhaltung eines bestimmten Lebensstandards. Es ist nicht nur eine Zufallszahl. Dabei handelt es sich um ein Maß für die Lebenshaltungskosten, das direkt aus Änderungen der Einzelhandelspreise abgeleitet wird. Ökonomen, politische Entscheidungsträger und alltägliche Verbraucher verlassen sich darauf, weil es eine Momentaufnahme der Inflation bietet.
Zur Berechnung wählen Statistiker einen Warenkorb mit Waren und Dienstleistungen aus, die die Zielgruppe typischerweise kauft. Sie bewerten diese Artikel regelmäßig. Dann kombinieren sie sie. Auf die Gewichtung kommt es an. Artikel, die einen größeren Teil des durchschnittlichen Budgets ausmachen – wie Miete oder Lebensmittel – haben mehr Gewicht als Nischenkäufe. Dieser gewichtete Satz aktueller Preise wird dann mit den Preisen eines bestimmten Basisjahres verglichen. Das Ergebnis ist eine prozentuale Erhöhung oder Verringerung. Dieser Prozentsatz sagt uns, wie viel mehr (oder weniger) Geld nötig ist, um das gleiche Zeug zu kaufen.
Aber der Verbraucherpreisindex hat Grenzen. Der Korb ist statisch. Es passt sich nicht automatisch an, wenn Menschen ihre Gewohnheiten ändern. Wenn die Preise für Avocados in die Höhe schießen und alle auf Bananen umsteigen, kann es sein, dass der VPI die Lebenshaltungskosten immer noch überbewertet, weil er am ursprünglichen Warenkorb festhält. Wenn Ökonomen diese subjektiven Präferenzverschiebungen berücksichtigen, erstellen sie sogenannte Constant-Utility-Indizes. Die meisten Standard-CPI-Berichte tun dies nicht.
Wer wird verfolgt? Es variiert. Einige Indizes konzentrieren sich ausschließlich auf Lohn- und Gehaltsempfänger. Andere zoomen auf Stadtbewohner. Es gibt spezielle Versionen für Rentner oder städtische Verbraucher. Das Bureau of Labor Statistics in den USA veröffentlicht beispielsweise mehrere CPI-Varianten. In Nachrichtenberichten hören die meisten Menschen vom CPI für alle städtischen Verbraucher (CPI-U). Es deckt etwa 93 % der US-Bevölkerung ab.
Mehr als 100 Länder veröffentlichen ihre eigenen VPIs. Sie sind nicht identisch. Die Körbe unterscheiden sich. Die Gewichtungsmethoden unterscheiden sich. Um eine Inflationsrate von 2 % in der Türkei mit einer in Deutschland zu vergleichen, müssen diese strukturellen Unterschiede verstanden werden. Eine einzelne Zahl erzählt selten die ganze Geschichte.
Der VPI bleibt das am häufigsten genannte Instrument zur Messung der Inflation. Aber es ist nicht perfekt. Es fehlen Qualitätsänderungen. Es ignoriert das Substitutionsverhalten. Es basiert auf einer Momentaufnahme. Dennoch ist es das beste einfache Messgerät, das wir haben. Ohne sie wären wir bei der Anpassung der Lebenshaltungskosten im Blindflug.















