Die FTC hat eine Lüge aufgedeckt. Auch nicht nur eine kleine Notlüge.
Eine millionenschwere Fiktion mit intelligenten Lautsprechern, versteckten Mikrofonen und echter menschlicher Sprache.
Cox Media Group. MindSift. 1010 DigitalWorks. Diese drei Namen haben gerade zugestimmt, fast eine Million Dollar auszugeben, um die Vorwürfe der FTC zu klären. Sie behaupteten, den Unternehmen etwas Erschreckendes und Wunderbares zugleich zu verkaufen: die Möglichkeit, gezielte Werbung auf der Grundlage von Audioaufnahmen zu schalten, die von den Smart-Geräten der Verbraucher aufgenommen wurden. Sie nannten es aktives Zuhören.
Es klingt wie eine Black Mirror-Folge. Es klingt aufdringlich. Es klingt nach einer Art Überwachungsdystopie, die Datenschutzbefürwortern den Schlaf raubt.
Hier ist jedoch die Pointe.
Gruselig? Sicher. Ideal fürs Marketing? Definitiv.
Das war im wahrsten Sinne des Wortes der Slogan auf einer Website, die für den Dienst wirbt. Mutiger Schachzug. Vielleicht ein dummer Schachzug, aber mutig.
Die FTC hat sich damit befasst. Das Urteil?
Die Technik funktionierte nicht. Nichts davon tat es.
CMG behauptete, sie könnten Gespräche von Smart-TVs und Smartphones erfassen. Sie sagten, die KI würde Ihren Wohnort und Ihre Aussagen analysieren, um Ihnen hyperspezifische Werbung anzuzeigen. Sie behaupteten, die Nutzer hätten dem alles zugestimmt.
In den Beschwerden wird behauptet, nichts davon sei wahr.
Es war keine KI. Es war kein Abhören.
Es waren nur E-Mail-Listen. Einfacher Kauf von Verbraucher-E-Mail-Listen.
Die Unternehmen verkauften diese Listen mit einem enormen Aufschlag weiter. Sie haben einem Massen-Newsletter das Gewand eines finsteren Science-Fiction-Überwachungsstaates verpasst. Unternehmen kauften ein, weil sich die Geschichte von selbst verkaufte. Sie möchten wissen, worüber Ihre Nachbarn flüstern? Zahlen Sie.
Jetzt muss das Geld aus der Tasche kommen. CMG ist für 880,00 $ 0 am Haken. MindSift und 1 010 zahlen jeweils 2 5,0 0 0 $. Die Gesamtsumme? 93.000 $. Dieses Geld geht an die Unternehmen zurück, die auf den Pitch hereingefallen sind.
Die Unternehmen dachten, sie würden gezielt Werbeflächen kaufen. Sie bekamen Serienbriefvorlagen und jede Menge heiße Luft.
Ein CMG-Sprecher sagte, man sei gerne bereit, die Angelegenheit zu klären. Sie sagten, ihr lokales Team habe sich lediglich auf die Marketingmaterialien des Drittanbieters verlassen. Dann haben sie den Stecker gezogen. Blitzschnell.
MindSift und 10 1 0 sagten nicht viel. Ghosting des Pressemitteilungszyklus.
Im Kleingedruckten lauert ein größeres Problem, oder vielleicht auch nicht. Die FTC sagt nicht, dass das Abhören von Smart-Geräten per se illegal ist. Das ist immer noch eine rechtliche Grauzone. Aber in einer Sache sind sie sich im Klaren.
Wenn Sie sagen, dass Sie die Geräte der Leute abhören können, um gezielt Werbung zu schalten, versenden Sie eigentlich nur E-Mails. Das ist Betrug.
Christopher Mufarrige vom Verbraucherschutzbüro der FTC brachte es auf den Punkt.
Es ist eine grundlegende Geschäftsregel, dass Sie Ihren Kunden gegenüber ehrlich sein müssen.
Einfacher Rat. Selten verfolgt.
Wer hat also eigentlich unsere Gespräche gehört? Niemand. Niemand hat etwas gehört.
Was uns einen seltsamen, hohlen Sieg beschert.
Wir wurden nicht von Algorithmen ausspioniert, die unser nächtliches Gemurmel analysieren. Wir wurden von Vermarktern mit kreativen PowerPoint-Decks gespammt.
Was sich etwas weniger verletzend anfühlt.
Auch etwas erbärmlicher.
Gibt uns das ein besseres Gefühl in Bezug auf unsere Privatsphäre? Wahrscheinlich nicht. Es bedeutet nur, dass das Monster unter dem Bett nicht real war. Das Monster war ein Verkäufer.
Und Verkäufer haben immer weitere Angebote. 📢
